Biografie 

Am 11. Juli 1979 wurde die Alphornbläser - Vereinigung Küssnacht  (AVK) gegründet. Da schon damals das ganze Jahre über viele Auftritte zu bewältigen waren, beschlossen acht  Alphornbläser und eine Alphornbläserin enger zusammen zu arbeiten und die diversen Auftritte zu koordinieren. Gleichzeitig wollte man auch gemeinsame Auftritte mit der ganzen Gruppe ins Auge fassen, insbesondere an offiziellen Fest- und Feiertagen im Bezirk Küssnacht. 

Als Gründungsobmann wählten die Anwesenden Fasi Kohler. 

Bis ins Jahr 1999 wuchs die sehr aktive Gruppe auf insgesamt 16 Mitglieder an. Im Jahr 2000 schlossen sich die Fahnenschwinger der Vereinigung an und  die Gruppe änderte dabei ihren Namen in „Alphornbläser und Fahnenschwinger Küssnacht am Rigi“ (AFK).  

Um die Spielqualität der dauernd wachsenden Gruppe zu verbesseren, wurden musikalische Leiter engagiert. Ziel war ja auch an zentralschweizerischen und eidgenössischen Jodlerfesten am Wettspiel teilzunehmen. Erster musikalischer Leiter war Ferdi Kennel. Im Weitern förderten verschiedene ausgewiesene Fachkräfte das Spiel der Küssnachter Vereinigung: Armin Imlig, Sepp Aschwanden, Armin Mattmann, Paul Frehner, Hans Zihlmann und Klara Bolt haben in den letzten 30 Jahren hervorragende Arbeit geleistet. Einige dieser Leiter und auch andere Vereinsmitglieder haben sich auch durch Komponieren eigener Alphornstücke verdient gemacht. Darunter Seebi Schuler, Werner Brühlmann, Sepp Aschwanden und Paul Frehner.

Heute wird die Gruppe durch Peter Schwegler geführt. Die Herausforderungen für den aktuellen Leiter bezüglich musikalischer Qualität sind stark gestiegen, da die Gruppe seit 2012 stark gewachsen ist. Heute spielen insgesamt 24 Alphornbläserinnen und –bläser aktiv und regelmässig in der Grossformation mit. Begleitet wird diese sehr oft durch die Fahnenschwinger. 

 

Vereinsstrukturen

Der Verein hat einen fünfköpfigen Vorstand: Obmann war, von 1992 bis zu seinem überraschenden Tod im Februar 2018, Ueli Hodel. An einer ausserordentlichen GV wurde der Leiter Fahnenschwingen Matthias Diener zum neuen Obmann gewählt.

Neu besteht der Vorstand aus:

Obmann:                      Matthias Diener 

Aktuar:                        Richi von Holzen 

Kassier:                        This Gerber 

Beisitzer:                      Paul Frehner  

musikalischer Leiter:       Peter Schwegler.

Die ordentliche GV der Vereinigung findet regelmässig anfangs Jahr statt. Die üblichen Traktanden wie Jahresbericht, Jahresprogramm, Kassabericht usw. werden dabei abgehandelt. Probenplan und Auftrittsdaten werden, soweit bekannt, kommuniziert. Die AFK ist auch Mitglied des ZSJV und damit auch des eidgenössichen Jodlerverbandes.

 

Lokale und regionale Aktivitäten und Auftritte 

Auftritte von Alphornbläsern gab es natürlich schon weit vor der Gründung der Alphornvereinigung Küssnacht. Nach deren Gründung wurden die Aktivitäten aber stark intensiviert.

Seither ist die Gruppe in Küssnacht, Immensee und Merlischachen regelmässig bei Kurkonzerten anzutreffen. Regelmässig begleitet die Gruppe auch die Feiern zum 1. August. 

Weitere jährlich wiederkehrende Auftritte für die Sennen- und Älplerbruderschaft, die Sennen- und Älplergesellschaft und am Chäsmärt in Muotathal sind Fixpunkte im Jahresprogramm. 

Seit einiger Zeit finden im Dorf Küssnacht jeweils mittwochs zur Sommerzeit sogenannte Tournedo’s statt. Abwechselnd spielen verschiedene musikalische Gruppen an drei Standorten im Dorf.

Für all die Auftritte wird natürlich auch regelmässig geprobt, im Winter in der Aula Ebnet und im Sommer auf dem Schulhausplatz. 

Auch an Grossereignissen im HohlgassLand Küssnacht sind die Alphornbläser regelmässig beteiligt. Alle 6 Jahre entsteht zur Sennenchilbi ein neuer Umzugswagen. In bester Erinnerung sind der „Alphornbock“ und das 15 Meter lange Riesenalphorn mit dem Namen „S’Alphorn vo Chüssnacht“.

An allen Kantonalen und Innerschweizer Schwingfesten in Küssnacht waren die Alphornbläser mit der Grossformation präsent. Auch am eidgenössischen Ländlermusiktreffen 1991 war die Gruppe aktiv dabei. 

Die Vereinigung nahm nicht nur an grossen Festen teil sondern organisiert auch zum 10jährigen Vereinsjubiläum ein grosses Fest für die Bevölkerung von Küssnacht.

Regelmässig treffen auch Anfragen für Auftritte bei Geburtstagsfesten, Firmenanlässen oder Hochzeiten ein. Es sprengt den Rahmen dieser Dokumentation alle regelmässigen und spontanen Auftritte der Alphorngruppe aufzuzählen. Trotzdem möchten wir es nicht unterlassen, einige interessante einzelne Auftritte und Engagements in den letzten 30 Jahren zu erwähnen, welche doch da und dort für Aufsehen gesorgt haben. 

 

Nationale und internationale Auftritte

Die Alphornbläser und Fahnenschwinger Küssnacht präsentieren sich national und teilweise auch international nicht nur als musikalisch interessante Gruppe sondern auch als optisches Erlebnis. Die Männer einheitlich in schwarzer Hose mit „Fazzenetli“, Hirthemd mit Alpenblumenverzierung und Hut, die Damen in der originalen Küssnachter Werktagstracht. Auch deshalb wurden und werden  die Küssnachter gerne auch bei Grossanlässen gebucht: 1990 an der Olma mit dem ersten Fernsehauftritt, 1992 im Hallenstadion Zürich anlässlich der Nacht der Ländlerkönige mit Sepp Trütsch, 1994 in Schwangau (D) oder 1995 die erste Samstagabendsendung von „Top of Switzerland“ beim Fernsehen DRS. Selbstverständlich für die Gruppe sind auch die Teilnahmen an allen zentralschweizerischen und eidgenössischen Jodlerfesten. 

Im weitern war die Vereinigung im Jahre 2009 in Zermatt  zur 111. Jahresfeier der Gornergratbahn anwesend. Hier wurde mit Insgesamt 366 Alphornbläsern ein Eintrag ins Guinessbuch der Rekorde erreicht.

2015 war eine Delegation der Küssnachter aus Anlass der Weltausstellung  „ExpoMailand“ auf dem Domplatz vor Ort, um beim Weltrekordversuch im Massenalphornblasen „Alphörner statt Hellebarden“ mitzuwirken. Mit 420 Teilnehmern wurde dieser Weltrekord tatsächlich geschafft und damit ein weiterer Eintrag ins Guiness Buch der Rekorde erreicht.

Ein Produkt der modernen Energietechnik und traditionelles Brauchtum in Form von einigen Alphornstücken haben sich beim Engagement zur Eröffnung des weltweit ersten solarbetriebenen Skiliftes im Dezember 2011 in Tenna (Safiental) verbunden. 

Im Sommer 2016 war eine Grossformation (16 Teilnehmer) anlässlich der Wahl von Petra Gössi zur FDP Präsidentin im Hotel National in Bern anwesend und sorgte mit ihrer Darbietung, unterstützt durch einige Chlausjäger, für grosses Aufsehen.

Auch ausserhalb dieser speziellen Auftritten gibt es noch eine Vielzahl von Aktivitäten, welche die Dynamik und das Engagement der AFK aufs beste dokumentieren. 

Die Mitglieder der Vereinigung bewältigen jedes Jahr insgesamt mehr  als 40 Auftritte, sehr viele in der Grossformation und einige in Kleinen Formationen wie Quartett oder Trio. Es ist ein gewaltiges Pensum, das Jahr für Jahr mehrheitlich in den Sommermonaten Mai bis Oktober bewältigt wird.

 

Jodlerfeste und Wettbewerbe

Die zentralschweizerischen und die eidgenössischen Jodlerfeste sind jeweils feste Bestandteile des Jahresprogramms. Eidgenössische Jodlerfeste finden alle 3 Jahre statt. Zentralschweizerische und andere Unterverbandsfeste in den Jahren dazwischen. Um beim „Eidgenössischen” am Wettspiel teilnehmen zu können, muss man sich qualifizieren. Diese Qualifikation erreicht man, mit der Bewertungsnote 1 oder 2 an einem Unterverbandsfest. Wobei 1 sehr gut, 2 gut, 3 genügend und 4 ungenügend bedeutet. 

Die Grossformation nimmt an jedem zentralschweizerischen und eidg. Jodlerfest teil. Zusätzlich sind die meisten Mitglieder auch in einer Kleinformation engagiert. Die meisten Formationen erreichen oft die Noten 1 oder 2 am Unterverbandsfest und sind somit berechtigt am folgenden eidgenössischen Fest wettbewerbsmässig teilzunehmen.  Die Übungseinheiten auf die Wettvorträge sind jeweils sehr intensiv und dauern ein halbes Jahr.

In unregelmässigen Abständen werden Alphorn- und  Büchelwettblasen durchgeführt. Diese stehen allen Interessierten offen. Im September 1989, im Mai 2005 und 2008 hat die AFK jeweils ein solches Wettblasen durchgeführt. 1989 fand es im Pfarreisaal Monséjour statt und 2005 sowie 2008 auf der Seemattwiese. Bei diesen Wettblasen werden die Teilnehmer durch eine Jury bewertet. Im Gegensatz zu den Jodlerfesten wird hier eine Rangliste erstellt. 

Die AFK Küssnacht ist in den beinahe 40 Jahren ihres Bestehens mit ihren Aktivitäten und ihrem Engagement  zu einem kulturellen Faktor im Dorfleben und in der Region geworden. Sie trug und trägt heute noch zur Erhaltung traditionellen Brauchtums bei. Das Mitgliederwachstum  und die grosse Nachfrage für Auftritte zeigen, dass  die Vereinigung diesbezüglich  eine wichtige Funktion erfüllt.

Die optische Erscheinung der Gruppe mit den gut 20 Alphörnern, den traditionellen Trachten und 2-4 Fahnenschwingern zusammen, bietet in Küssnacht und der weiteren Umgebung immer wieder ein schönes Bild für Einheimische und Gäste aus aller Welt. 

In all diesen Jahren bemüht sich die Vereinigung in Bezirk, Region und im ganzen Land das Alphornspiel und das Fahnenschwingen zu fördern und junge Menschen für die traditionelle Kultur ganz allgemein zu begeistern, damit diese in unsrer Gesellschaft für die Zukunft erhalten bleibt.